Donnerstag, 25. April 2019
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Generationenwechsel bei der Feuerwehr

Neue Kommandanten gewählt - Zellner und Kleber traten nicht mehr an

Geisenhausen. Michael Stirner heißt der neue Kommandant der Feuerwehr Geisenhausen und sein Stellvertreter ist Johann Hochholzer. Beide Dienstgrade wurden in einer harmonisch verlaufenden Wahl anlässlich der Generalversammlung am Samstagabend im Gasthaus Oberloher ermittelt. Johann Zellner und Florian Kleber, die bisherigen Amtsinhaber, hatten sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Die beiden neuen Kommandanten sind erfahrene Feuerwehrleute, Stirner war sogar schon für mehrere Jahre stellvertretender Kommandant gewesen. Sie erhielten überzeugende Mehrheiten bei der geheimen Abstimmung, die der Bürgermeister geleitet hatte. Die anwesenden Ehrengäste und Funktionäre gratulierten ihnen nach dem Wahlakt zu dem neuen Amt und wünschten ihnen eine glückliche Hand bei der Ausübung. Der Gemeinderat muss der Bestellung noch zustimmen. Nach erfolgreichen 18 Jahren im Amt war Zellner zurückgetreten, auch sein Stellvertreter hatte die Funktion als zweiter Kommandant sechs Jahre lang bekleidet. Für ihren aufopfernden Dienst in der Führung der hiesigen Feuerwehr dankten den beiden alle Redner: Vorstand Anton Pollner, sein Stellvertreter Stefan Maulberger, Bürgermeister Josef Reff ebenso wie Kreisbrandrat Thomas Loibl und Polizeichef Hermann Vogelgsang.

Mit seinen Anmerkungen hatte Zellner am Schluss seiner Dienstzeit die Aktiven der Feuerwehr und ihre Gäste zum Nachdenken gebracht. Das ehrenamtliche Engagement bei der Feuerwehr sei anstrengend, weil auch der Verwaltungsaufwand ständig steige. Zellner kritisierte, dass die Kameradschaft unter den Aktiven nachlasse und vermutete, dies sei eine Tendenz der Gesellschaft. Kein Verständnis hatte er dafür übrig, dass die Feuerwehr bei schweren Unfällen Sichtschutz gegen Gaffer und Fotografen aufstellen muss: „Das ist nicht Aufgabe der Feuerwehr.“

Beförderungen und Ehrungen

Von allen Sprechern wurde die aktive Nachwuchsarbeit in der Jugendfeuerwehr als besonders positiv hervorgehoben. So war es erfreulich, dass die beiden bisherigen Kommandanten drei neue Mitglieder in die Jugendfeuerwehr aufnehmen konnten: Baset Qureishi, Annabel Säger und Tobias Sikora. Befördert zum Feuerwehranwärter wurde Daniel Barstorfer, zum Feuerwehrmann Philip Heusel, Lorenz Reupold, Maximilian Treimer, Andreas Wiesmeier und Nico Wimmer. Matthias Brenninger wurde zum Oberfeuerwehrmann ernannt und Klaus Uwe Leonhard zum Hauptfeuerwehrmann. Der Kreisbrandrat nahm zwei Ehrungen vor und überreichte die entsprechenden Abzeichen an Erwin Rieder für 40 Jahre aktiven Dienst und an Florian Kleber für 25 Jahre. Peter Maier wurde schließlich wegen seines intensiven Einsatzes im Bereich der Ausbildung und der Weiterbildung an der neuen Drehleiter besonders hervorgehoben. Er habe rund 500 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet und betrachte das neue Fahrzeug „als sein kleines Baby.“

Kein Verständnis für pöbelnde Übergriffe

Zu den Regularien der Generalversammlung gehörten der Jahresbericht des Vorstands mit den Ereignissen der letzten Monate und der Bericht durch Kassier Marcus Wimmer. Ausführlich war der Rechenschaftsbericht des bisherigen Kommandanten. Mit 197 Einsätzen sei 2018 ein anstrengendes Jahr gewesen. Kritik übte Zellner an der personellen Ausstattung der Feuerwehrschule. Für die neue Drehleiter habe die Geisenhausener Feuerwehr nämlich nicht genügend Lehrgangsplätze zur Ausbildung des Personals bekommen. Somit habe sein Stellvertreter Florian Kleber zusammen mit weiteren Dienstgraden mit vielen Übungsstunden in die Bresche springen müssen. Insgesamt kann die hiesige Freiwillige Feuerwehr auf 67 Aktive zurückgreifen (vier davon weiblich) und auf 13 Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr.

In seiner Ansprache dankte Bürgermeister Josef Reff allen ehrenamtlichen Mitarbeitern für die geopferte Freizeit. Die Tatsache, dass Rettungskräfte immer häufiger durch pöbelnde und schlägernde Gaffer behindert werden, sagte Reff: „Dafür habe ich null Verständnis“. Der Vilsbiburger Polizeichef Vogelgsang kündigte dazu für die Zukunft an, dass Übergriffe auf ehrenamtliche Mitarbeiter schneller und härter geahndet werden sollen. Kreisbrandrat Thomas Loibl lobte in seiner Ansprache die Bürgermeister und Gemeinderäte für die Anschaffung der neuen Drehleiter mit 650 000 Euro. Diese sei eine wichtige Anschaffung gewesen, um der hiesigen Wehr das notwendige Arbeitsgerät in die Hand zu geben. Insgesamt habe sich das Arbeitsfeld der Feuerwehr aber in den letzten Jahrzehnten gewandelt, meinte Loibl: Typische Brandeinsätze seien selten geworden. Vielmehr handele es sich bei der Freiwilligen Feuerwehr eher um „einen technischen Hilfe-Verein“.

Von Peter Köppen

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